





Verlag am Birnbach – Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen
Jahreslosung 2026
Wenn ich den Text der Jahreslosung für 2026 in ihrem Kontext in Offenbarung 21 lese, kommt mir das Bild einer langersehnten Busreise.
Ich habe mich informiert und viel über das Ziel der Reise gelesen. In der Reiselektüre wird sie in den schillerndsten Farben beschrieben: Straßen aus Gold; die Fundamente aus den erlesensten Edelsteinen, deren Namen ich teilweise noch nie gehört habe; es ist so warm und hell, dass weder Sonne noch Mond gebraucht werden. Eine völlig neue, mir unbekannte Lebenswelt tut sich dort auf: Es gibt keine Schmerzen, keine Tränen, kein Leid, keine Krankheiten …, einfach alles nicht mehr, was mir hier das Leben manchmal so schwer macht.
Die Reisekosten dorthin sind seeehr hoch, zu hoch als dass ich sie selber stemmen könnte. Aber, o Wunder, sie wurden bereits von jemand anderem übernommen. Ich bin eingeladen mitzufahren!!! Das beschämt mich, das kann ich doch nicht annehmen. Und doch, ich habe mich darauf eingelassen und auf dem Fahrschein steht mein Name.
Ich schaue mich um, es gibt noch andere Mitreisende. Ich bin nicht allein zu dem angekündigten Ziel unterwegs. Ich komme ins Gespräch mit den Mitreisenden. Einige können mir mehr erzählen, sie scheinen die Reiselektüre schon länger studiert zu haben und können schon Teile davon auswendig. Es gibt einige, die sind ganz hibbelig! Sie können es scheinbar gar nicht erwarten, dort anzukommen. Das wirkt mitreißend. Andere scheinen eher mit anderen Dingen beschäftigt zu sein. Sie erzählen, dass es zu Hause auch ganz schön ist; dass sie Zweifel haben, ob und wann das alles sein wird; dass es so viel Anforderungen und Aufgaben für sie gibt und sie gar keine Zeit haben, über diese Reise nachzudenken. Wieder andere wirken so, als ginge sie das Reiseziel nicht wirklich etwas an, und als ob sie gar nicht so recht wüssten, ob sie noch im richtigen Bus sitzen.
Während wir so unterwegs sind, passiert es. Eine Durchsage des Reiseveranstalters. Eine Stimme, die sagt: ,,Siehe, ich mache alles neu!“ Ich soll hinschauen? Was ist denn zu sehen? Wo soll ich hinschauen? Ich schaue mich im Bus um und ich sehe: wie jemand mit einem anderen spricht und offensichtlich Tränen trocknet; wie jemand einen anderen in den Arm nimmt und tröstet; wie jemand bei einem anderen um Entschuldigung bittet; wie jemand vom bevorstehenden Reiseziel schwärmt und andere mit seinem Bericht mitreißt; wie jemand den Busfahrer darauf aufmerksam macht, dass da noch Menschen am Wegesrand unterwegs sind und noch gar nichts von dieser großartigen Reise wissen. Da muss man doch anhalten und den Leuten erzählen, dass es diese großartige Möglichkeit gibt!
Ich bin neu begeistert, möchte mich weiter begeistern lassen und andere anstecken mit dieser meiner Begeisterung, dass noch viele mit einsteigen und wir uns gegenseitig von dem erzählen können, wo es hingeht und was wir unterwegs schon von dem Neuen sehen und erleben! Ich will mir immer bewusst machen, dass ich unterwegs bin zu einem unbeschreiblich tollen Ziel mit bezahltem Ticket, einem Reiseleiter, der mir immer wieder die Augen öffnen will und Mitreisenden, die mit ihrer Leidenschaft für dieses Ziel andere Menschen anstecken wollen.
Bist du dabei?
Ulrike Kühnel
Mitglied der Gemeindeleitung
Datensschutzhinweis: Um Google Maps zu sehen müssen Sie mit JA bestätigen.